Druckstoß

Grundsätzlich entsteht immer ein Druckstoß, wenn eine Armatur (Strahlrohr, Verteiler usw.) geschlossen oder geöffnet wird. Meistens ist die Höhe des Druckstoßes jedoch so gering, dass er gar nicht bemerkt wird und auch keinen Schaden anrichtet. Gefährlich wird es immer dann, wenn große Wasserströme sehr schnell gestoppt werden.

Druckstoß Klappe
Entstehung eines Druckstoßes am Beispiel einer Klappe

Kugelhahn

Auslöser für Druckstöße sind meist Armaturen mit Kugelhahn wie zum Beispiel (Hohl-)Strahlrohre. Diese können und sollen sehr schnell bedient werden, weil im Innenangriff "stoßweise" gelöscht wird. Früher gab es auch Verteiler mit Kugelhähnen, die häufig zu Druckstößen geführt haben. Die heute verwendeten Niederschraubventile sind weniger kritisch, weil hier zwangsläufig der Verteiler langsamer geschlossen oder geöffnet wird.

Überfahren von Schlauchleitungen

Eine weitere Ursache für das Entstehen von Druckstößen ist das Überfahren von Schlauchleitungen mit Fahrzeugen. Einerseits wird der Durchfluss im Schlauch beim Überfahren schlagartig gestoppt und wieder gestartet. Anderseits wird das Wasser unter den Reifen rausgepresst und in die restliche Leitung reingedrückt. Nachdem Wasser kaum kompressibel ist, steigt der Druck stark an. Daher sind bei Straßenquerungen mit Schlächen immer Schlauchbrücken zu verwenden.

Folgen

Die Folgen eines Druckstoßes kann man sehr gut an Schlauchleitungen sehen: Der Schlauch bewegt sich ruckartig. Bei sehr starken Druckstößen ist auch ein Platzen des Schlauches möglich. Ein Druckstoß, der am Strahlrohr entsteht, läuft durch die ganze Schlauchstrecke: Vom Strahlrohr über den Verteiler zur Pumpe und dann in den Hydranten und die Trinkwasserleitung. Auf dieser Strecke wird der Druckstoß zwar abgeschwächt, aber er ist immer noch vorhanden. Dabei können auch Schäden an Pumpe, Hydrant oder Trinkwasserleitung entstehen!

 

Durch die zurück laufende Druckwelle besteht auch die Gefahr, dass Wasser aus dem Schlauch zurück in die Trinkwasserleitung gedrückt wird. Ein ernstes Problem! Vor allem, wenn Schmutzwasser oder Löschschaum ins Trinkwasser gelangen.

Abklingender Druckstoß
Druckstoß, der durch das schnelle Schließen eines Ventils ausgelöst wurde

Vermeidung

Wie können Druckstöße vermieden werden? Ventile langsam schließen und öffnen! Bei der Brandbekämpfung im Innenangriff mit Hohlstrahlrohr lässt sich das nicht vermeiden. Alle anderen Ventile (Verteiler, Pumpe, Hydrant) können jedoch langsam bedient werden.

 

Natürlich muss im Einsatz alles schnell gehen. Aber es ist meistens ausreichend, wenn beim Öffnen die erste Umdrehung des Ventils langsam vorgenommen wird bzw. beim Schließen die letzte Umdrehung. Warum? Die größte Veränderung in der Wassermenge tritt auf, wenn das Ventil fast geschlossen ist.

 

Je näher am Hydranten, desto wichtiger ist diese Vorgehensweise. Ein Druckstoß, der am Strahlrohr entsteht, wird über die Schlauchstrecke abgeschwächt. Ein Druckstoß, der direkt am Hydrant entsteht, trifft in seiner vollen Wirkung die Trinkwasserleitung.

 

Besonders nahe am Hydrant ist man in der Regel beim Füllen von Löschwassertanks von Fahrzeugen. Ein kurzer B-Schlauch wird direkt vom Hydrant zum Tank verlegt. Um bei dieser "Betankung" Druckstöße zu vermeiden, kann man manuell betätigte Füllarmaturen am Fahrzeug bewusst schwergängig machen. Damit wird das Ventil zwangsweise langsam geschlossen.

Literatur

Weiterführende Information finden sich in diesem Buch:

Faulstich, Helpenstein und Jollet: Die Auswirkung des Wasserdruckes, Handbuch für Führungskräfte und Maschinisten der Feuerwehr, ISBN 978-3-00-045081-5

 

Zu beziehen im Shop des Feuerwehrmagazins als eBook oder als klassisches Buch.